Pressemitteilung/06.11.26
Waldzustand in Baden-Württemberg: Dem Waldumbau kommt eine zentrale Rolle zu
Isabell Huber MdL, Vorsitzende des Arbeitskreises Ländlicher Raum, Landwirtschaft und Heimat der CDU-Landtagsfraktion: „Wir brauchen klimaresiliente Mischwälder und dafür auch mehr finanzielle Unterstützung. Die Jungbestandspflege spielt dabei eine wichtige Rolle.“
Der Gesundheitszustand der Wälder in Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen zehn Jahren gegenüber den 1980er- und 1990er-Jahren deutlich verschlechtert. Das geht aus der Antwort des Ministeriums für Ländlicher Raum, Landwirtschaft und Heimat auf eine parlamentarische Anfrage hervor, die Isabell Huber als Vorsitzende des Arbeitskreises Ländlicher Raum, Landwirtschaft und Heimat gemeinsam mit weiteren Abgeordneten gestellt hat.
In allen Regierungsbezirken hat der Anteil von Bäumen mit deutlichen Schäden zugenommen, wie bspw. bei den abgestorbenen Bäumen (Schadstufe 4), die auch in feuchteren Jahren nicht wieder zurückgegangen sind. Auch die mittleren Nadel- und Blattverluste bewegen sich seit den 2000er-Jahren auf einem deutlich höheren Niveau als in den 1980er- und 1990er-Jahren. Die Folgen des extremen Hitze- und Trockensommers 2026 sind dabei noch gar nicht vollständig sichtbar.
Waldumbau braucht Zeit und konsequente Pflege
Der Wald in Baden-Württemberg befindet sich in einem starken Wandel. So beträgt der Anteil der Nadelhölzer rund 51,5 Prozent der Waldfläche. Gleichzeitig ist der Anteil der Laubbäume in der Verjüngung auf rund 75 Prozent angestiegen. Zwar verjüngen sich die Walder zu einem sehr großen Teil auf natürlichem Weg. Pflanzungen sind jedoch wichtig, um zusätzliche klimaangepasste Baumarten einzubringen, die Mischung der Naturverjüngung zu ergänzen oder die Wiederbewaldung, im Falle ausbleibender Naturverjüngung, zu beschleunigen.
Für Huber ist insbesondere die Jungbestandspflege ein entscheidender Hebel: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich klimaresiliente Mischwälder entwickeln. Das kann nur durch eine intensive Jungbestandspflege gelingen. Ohne Pflege können sich konkurrenzstärkere, aber möglicherweise weniger für die künftigen Klimabedingungen geeigneten Baumarten durchsetzen und instabile Wälder entstehen.“
Deshalb investiert das Land gezielt in die Aufforstung und den Waldumbau unserer Wälder: Zwischen 2016 und 2025 waren dies rund 20,14 Millionen Euro.
„Wir haben bereits erhebliche Mittel in den Waldumbau und die Wiederbewaldung investiert. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen. Mein Dank geht hier vor allem an alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Försterinnen und Förster sowie ForstBW, die sich alle mit viel Herz um unsere Wälder kümmern“, so Huber.
Waldbrandvorsorge weiter ausbauen
Auch die Waldbrandvorsorge muss angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden konsequent weiterentwickelt werden. Das Land hat die Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Feuerwehren intensiviert und eine Plattform für integriertes Waldbrandmanagement eingerichtet. Seit 2025 wird zudem das Waldbrandinformationssystem WAMIN als Planungsinstrument für die Waldbrandprävention aufgebaut.
„Wir müssen Risiken frühzeitig erkennen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten vor Ort weiter stärken. Die Waldbrandvorsorge wird angesichts des Klimawandels dauerhaft an Bedeutung gewinnen“, so Huber.
Abschließend macht Huber deutlich: „Der Wald von morgen wächst schon heute. Und es liegt an uns, ihn fit für die Zukunft zu machen!“